Der Bau einer automatischen Bewässerungsanlage für den eigenen Garten, die alternativ auch von überall gesteuert und überwacht werden kann, wird schnell zu einer komplexen Angelegenheit.
In dieser kleinen Serie möchte ich den Weg zu unserer Bewässerungsanlage beschreiben - sei es als Inspiration oder zum Nachbau.
- Definition der Anforderungen
- Auswahl des passenden Bewässerungssystems
- Planung einer individuellen Steuerung
- Entwurf der Steuerungslogik
- Füllstandsmessung mit einer Pegelsonde oder Füllstandsmessung per Ultraschall (alt)
- Programmierung Microcontroller (Wemos D1 Mini)
- Steuerung mit FHEM
- Darstellung auf FHEM Tablet-UI
Da am Markt die Auswahl an Systemen groß ist, muss sich jeder selbst zu Beginn einige Fragen stellen:
Die Antworten auf diese Fragen können Sie an den am Markt vorhandenen Systemen spiegeln und daraus resultierend eine Entscheidung treffen. Ich habe die Fragen für mich wie folgt beantwortet:
Die Anlage soll so dimensioniert sein, dass die Bepflanzungen auf der Grundstücksrabatte (ca. 45m lang) und die Töpfe auf der Terrasse bewässert werden können. Hierzu muss die Zisterne (5000 Liter) mit der vorhandenen Gardena-Tauchpumpe ausreichen.
Sie soll möglichst robust laufen und wartungsarm sein, damit wir sorgenfrei in den Urlaub fahren können.
Die Steuerung des Systems soll in mein vorhandenes Smart Home (FHEM) integriert werden. Des Weiteren möchte ich die Anlage von überall per Smartphone kontrollieren und notfalls auch steuern können.
Für den WAF (Women acceptance factor) ist es sehr wichtig, dass die Steuerung auch ohne diesen ganzen elektronischen Schickschnack möglich ist – also „Retro“ mit ganz normalen Schaltern.
Die Steuerung selbst muss ohne Feuchtesensor auskommen, da ich nichts gefunden habe, was zu meinem vorhandenen Smart Home Funkstandard (Enocean oder WiFi) passt.
Ich wollte keine Insellösung, kein geschlossenes System, mit dem ich mich an einen Hersteller auf Gedeih oder Verderb binde, sondern die Steuerung sollte möglichst über ein offenes System erfolgen.
Des Weiteren ist eine Lösung, die eine Cloud-Anbindung erfordert, ein absolutes no-go.
Durch die Größe unserer Zisterne (5000 Liter) war von vorherein klar, dass nur die Bepflanzungen auf der Grundstücksrabatte und die Terrassenpflanzen daraus bewässert werden können. Diese Gießstrategie verfolgen wir seit über 20 Jahren und die Zisterne war in diesem Zeitraum erst zweimal leer. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Zisternenvolumen und Gießmenge irgendwie zueinander passen. Eine komplette Rasenbewässerung ist mit dem vorhandenen Zisternenvolumen nicht möglich.
Unabhängig davon habe ich mit den positiven Erfahrungen aus dieser Bewässerungsanlage in einer zweiten Ausbaustufe auch eine Bewässerungsmöglichkeit für den Rasen geschaffen. Dies sei aber nur am Rande erwähnt.
Angedacht war hierfür ein Brunnen. Die Genehmigung des Landratsamtes lag mir bereits vor. Als ich danach Angebote von Brunnenbohrfirmen einholte, wurde mir allerdings schnell klar, dass ich mit einem Gartenwasserzähler deutlich günstiger liegen werde. Um die Kosten für die Brunnenbohrung zu amortisieren, muss ich vermutlich 150 Jahre alt werden. Soviel Wasser kann ich gar nicht über den Gartenwasserzähler vergießen - auch wenn ich von steigenden Wasserpreisen ausgehe. Das ist also wieder ein Beispiel, wo Ökonomie gegen Ökologie gewonnen hat. Ich bin gern bereit, ökologisch zu handeln, aber nicht zu jedem Preis.
Fragen oder Anregungen nehme ich gern über die Kontaktbox entgegen oder direkt per Email.
kontakt@kaempf-nk.de